Risikokultur

Bewusstsein für Risiken schärfen

In Kürze

  • Fokus auf eine starke, bankweite Risikokultur
  • Schulung Tone from the Top eingeführt
  • „Red Flags“-Prozess auf alle Geschäftsbereiche ausgeweitet

Nichtfinanzielle Risiken nehmen im Finanzsektor an Bedeutung zu. Finanzinstitutionen befassen sich daher verstärkt mit der Frage, wie sie sich gegen das individuelle Fehlverhalten von Mitarbeitern absichern und ineffektive Prozesse vermeiden können. Eine starke Risikokultur innerhalb der gesamten Organisation ist hierfür eine elementare Voraussetzung.

Die Deutsche Bank setzt aus diesem Grund bereits seit 2010 ein Risk Culture-Programm um. Es beruht auf der Überzeugung, dass das Risikobewusstsein und Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters genauso wichtig für eine funktionierende Risikokultur ist wie stabile Prozesse und Kontrollsysteme.

Verantwortung gemeinsam tragen

5 wesentliche Verhaltens­weisen

als Basis für eine starke Risikokultur

Das Programm steht im Einklang mit den Werten und Überzeugungen der Deutschen Bank (siehe Die Werte und Überzeugungen der Deutschen Bank) und bestimmt fünf wesentliche Verhaltensweisen als Basis für eine starke Risikokultur:

  • Die Deutsche Bank und ihre Reputation bei allen Entscheidungen berücksichtigen
  • Verantwortung für die Risiken der Deutschen Bank übernehmen
  • Kritisches Hinterfragen fördern, betreiben und respektieren
  • Risiken konsequent, zukunftsorientiert und umfassend bewerten
  • Probleme gemeinsam lösen

Im Rahmen unseres Programms entwickeln und unterstützen wir eine Vielzahl von Initiativen, die das erforderliche Risikobewusstsein und das damit verbundene Mitarbeiterverhalten fördern. Sie umfassen gezielte Kommunikation und Schulungen sowie die Umsetzung des „Red Flags“-Prozesses.

Schulungen und Kommunikation

Das Risikokultur-Pflichtschulungsprogramm beinhaltete im Jahr 2014 sieben Schulungen:

  • Risikobewusstsein (Risk Awareness)
  • Verhaltens- und Ethikkodex (Code of Conduct and Business Ethics)
  • Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk)
  • Genehmigung neuer Produkte (New Product Approval)
  • Informationssicherheit (Information Security Awareness)
  • Informationsklassifizierung (Information Classification)
  • Tone from the Top: neu eingeführte Schulung zur Vorbildrolle von Führungskräften

Tone from the Top

betont die Vorbildrolle von Führungskräften

Wir entwickeln unsere Schulungen stetig weiter und passen sie an das Aufgabengebiet unserer Mitarbeiter an. So sind zum Beispiel die Fallbeispiele der Schulung Risikobewusstsein auf die entsprechenden Geschäftsbereiche abgestimmt, um potenzielle Risiken möglichst konkret und nachvollziehbar darzustellen. Außerdem führen wir unsere Schulungen zielgruppengerecht durch: Tone from the Top etwa richtete sich ausschließlich an Mitarbeiter in den Verantwortungsstufen Vice President, Director und Managing Director. 2014 absolvierten knapp 62.000 Mitarbeiter mindestens eine Risikoschulung.

Über unser Schulungsangebot hinaus unterstreichen unsere Führungskräfte regelmäßig die Bedeutung einer starken Risikokultur, beispielsweise bei Informationsveranstaltungen für Absolventen, neuen Mitarbeitern und beförderten Mitarbeitern. Darüber hinaus wurde 2014 die „Risk Culture“-Seite im bankeigenen sozialen Netzwerk myDB ausgebaut. Über diesen Kommunikationskanal fördern wir den Austausch und stärken das Bewusstsein für Risiken.

Risikobezogenes Verhalten überwachen und bewerten

Im Rahmen unseres bereits im Jahr 2010 eingeführten „Red Flags“-Prozesses prüfen wir anhand objektiver Indikatoren, inwieweit Mitarbeiter vorgeschriebene Richtlinien und Weisungen beachten. Die Ergebnisse gehen in die jährliche Leistungsbeurteilung von Mitarbeitern ein.

Mitarbeiter erhalten beispielsweise eine „Red Flag“, wenn sie

  • gegen unsere Richtlinie zur Annahme und Gewährung von Geschenken und Einladungen verstoßen
  • unbefugte Mitarbeitergeschäfte abwickeln
  • Pflichtabwesenheiten vom Arbeitsplatz nicht einhalten
  • Pflichtschulungen nicht absolvieren

Des Weiteren gibt es bereichsspezifische Kategorien, die in enger Zusammenarbeit mit den Geschäfts- und Infrastrukturbereichen und im Einklang mit deren Risikoprofil erstellt werden.

Den Kulturwandel durch einwandfreies Verhalten vorantreiben

Seit Januar 2015 haben wir den „Red Flags“-Prozess auf sämtliche Unternehmens- und Infrastrukturbereiche sowie auf das Regional Management ausgeweitet. Die Zahl der vom „Red Flags“-Prozess erfassten Mitarbeiter hat sich dadurch bis zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2015 in etwa verdreifacht und beträgt circa 38.200 Mitarbeiter.

Bevor ein Kontrollvorgang in den „Red Flags“-Prozess aufgenommen wird, unterziehen wir ihn einer besonderen Überprüfung und setzen die sich daraus ergebenden Verbesserungspotenziale um. Damit stärken wir nicht nur die Überwachung risikobezogener Verstöße, sondern gleichzeitig auch unsere Kontrollsysteme selbst. Wir kommunizieren umfassend den hohen Stellenwert der Kontrollprozesse und fordern unsere Mitarbeiter auf, sich mit den Einzelheiten des Vorgangs sowie den zugrunde liegenden Risiken auseinanderzusetzen.

Die Risikokultur weiterentwickeln

Wir stehen in regelmäßigem Austausch mit den Aufsichtsbehörden, für die das Thema Risikokultur ebenfalls an Bedeutung gewinnt. Zudem arbeiten wir aktiv bei wissenschaftlichen Untersuchungen und Branchenstudien mit und bringen so gemeinsam das Konzept der Risikokultur voran.

Der Dialog mit Aufsichtsbehörden sowie die Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Branchenverbänden liefern uns wichtige Impulse, um unsere eigenen Initiativen und Projekte voranzutreiben. Zudem erhalten wir wertvolle Informationen aus unseren Mitarbeiterbefragungen, die ebenfalls Fragen zur Risikokultur enthalten. (Siehe Mitarbeiter)

2014 haben wir ein Konzept zur Messbarkeit von Risikokultur auf Bereichsebene erarbeitet. Wir werden es im Jahr 2015 weiterentwickeln und darüber hinaus durch Initiativen den aktiven Ideenaustausch unserer Mitarbeiter fördern.


Dialog

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