Deutsche Bank

Unternehmerische Verantwortung
Bericht 2015

Förderung einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der UN-Ziele

Im Rahmen der Agenda 2030 verabschiedeten die Vereinten Nationen (United Nations, UN) 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Sogenannte Mischfinanzierungskonzepte (Blended Finance) auf Basis öffentlich-privater Partnerschaften (Public-Private Partnerships) bieten Privatanlegern attraktive Investitionsmöglichkeiten in Projekte zur Umsetzung der SDGs. Der öffentliche Sektor stellt dabei das „First-Loss“-Kapital oder Garantien.

Als Teil der Alternative and Real Asset Division verfolgt unser Sustainable Investment-Team innerhalb der Deutschen AWM einen Investmentansatz, der vollständig auf die SDGs abgestimmt ist. Unsere Anlageinstrumente in diesem Bereich fokussieren sich auf Investitionen, die nicht nur einen marktgerechten ökonomischen Ertrag, sondern auch einen positiven ökologischen und sozialen Mehrwert schaffen. Im Jahr 2015 verwaltete Deutsche AWM fünf offene Public-Private-Partnership Fonds mit einem Gesamtvolumen von über 1,6 Mrd €. Dazu zählen der Africa Agriculture and Trade Investment Fund, der European Energy Efficiency Fund, der European Fund for Southeast Europe, der Green for Growth Fund, und der SANAD Fund. Jeder dieser Fonds unterstützt Aspekte der SDGs siehe untenstehende Tabelle.

Entwicklung des Marktes für Sustainable Investments

Angesichts historischer Tiefstände bei Renditen investieren Anleger zunehmend in festverzinsliche Produkte. Davon profitieren auch alternative Anlageklassen. Zugleich beziehen Investoren vermehrt ökologische, ethische und soziale Aspekte in ihre Anlageentscheidungen ein. Dieser Trend spiegelt sich auch im starken Wachstum der Vermögenswerte wider, die im Einklang mit den UN-Prinzipien für verantwortliches Investieren (Principles for Responsible Investment, PRI) stehen. Diese beliefen sich im April 2015 auf ein Volumen von 59 Bio. US$. Dies entspricht einer Zuwachsrate von 29 % gegenüber dem Vorjahr. Eine von JP Morgen durchgeführte Studie zum Anlageverhalten von Impact Investoren ergab zudem, dass 146 der befragten Investoren ihre Investitionen um 16 % von 10,6 Mrd US$ (2014) auf insgesamt 12,2 Mrd US$ im Jahr 2015 ausbauen wollen.

Zu den größten Herausforderungen im Bereich der Sustainable Investments zählt es weiterhin, finanzierbare Projekte insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern zu identifizieren, die ein angemessenes Rendite-/Risikoprofil aufweisen und eine Mindestverzinsung erlauben. Aus diesem Grund arbeiten wir weltweit mit verschiedenen externen Partnern zusammen. Dazu zählen Anbieter technischer Dienstleistungen, Projektentwickler und gleichgesinnte Investoren sowie Versicherer und Unternehmen, die als Abnehmer agieren, wie zum Beispiel Hersteller von Konsumgütern. Darüber hinaus nutzen wir unser hausinternes Knowhow. Unsere Global Transaction- sowie Corporate and Investment Banking-Netzwerke unterstützen uns bei der Suche nach geeigneten Finanzpartnern für Investitionen oder der Identifizierung finanzierbarer Projekte.

Fallbeispiel

Der Green Climate Fund

Der Grüne Klimafonds (Green Climate Fund, GCF) wurde im Rahmen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen aufgelegt. Als zentrales globales Finanzierungsinstrument dient er der Bekämpfung des Klimawandels und dessen Auswirkungen. Der GCF hat sich zum Ziel gesetzt, private und öffentliche Mittel zu bündeln, um einen Paradigmenwechsel hin zu einer emissionsarmen Weltwirtschaft und zu klimaschonenden Entwicklungsmodellen anzustoßen und zu finanzieren. Weitere Informationen: Green Climate Fund

Neben Institutionen des Öffentlichen Sektors, wie der Weltbank, der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sowie der Interamerikanischen Entwicklungsbank, haben wir als erste Geschäftsbank die GCF-Akkreditierung erhalten. Insgesamt wurden bis Ende des Jahres 2015 Mittel in Höhe von insgesamt 10,2 Mrd US$ für den GCF zugesagt.

Als akkreditierte Institution ist die Deutsche Bank berechtigt, dem GCF Finanzierungsvorschläge für Investitionsvorhaben zu unterbreiten. Damit kommt der Bank eine Vermittlerrolle verbunden mit der Aufgabe zu, Investitionen des Privatsektors anzustoßen und zu verwalten, die Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und Abschwächung seiner negativen Auswirkungen ermöglichen. Unsere Erfahrung bei der Finanzierung von Projekten in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien, der Auflage von grünen Anleihen (Green Bonds) sowie Klimafonds haben den Ausschlag für unsere Akkreditierung gegeben. Im Jahr 2015 arbeiteten wir mit dem Fonds an der Ausarbeitung des ersten Finanzierungsantrags zum Thema Energieversorgung und Klimaschutz in Afrika zusammen.

Wirkung messen

Wir messen die Wirksamkeit unserer Sustainable Investments. Dazu haben wir ein Rahmenwerk etabliert, das sowohl soziale und ökologische Richtlinien als auch Leistungsindikatoren umfasst. Zu den angewandten Richtlinien zählen zum Beispiel die Performance-Standards der International Finance Corporation (IFC) und die Angaben der Europäischen Investitionsbank (EIB) zu umweltpolitischen und sozialen Prinzipien und Standards (ILO). Um die nachhaltige Wirkung der Fonds sicherzustellen, kooperieren wir zudem mit der Internationalen Arbeitsorganisation und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), dem Common Fund for Commodities und verschiedenen Forschungseinrichtungen.

 

Ziele

Verwaltetes Vermögen

Rolle der
Deutschen Bank

AATIF
Africa Agriculture and Trade Investment Fund

www.aatif.lu

  • Nahrungsversorgung und Armutsbekämpfung durch nachhaltige Investitionen entlang der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette in Afrika
  • SDG: 1, 2, 8, 9, 13, 14, 15

127 Mio US$

Investmentmanager und Anteilseigner von B-Shares

EEEF
European Energy Efficiency Fund

www.eeef.lu

  • Bekämpfung des Klimawandels durch Steigerung von Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union
  • SDG: 11, 13

143 Mio €

Investmentmanager und Anteilseigner von B-Shares

EFSE
European Fund for Southeast Europe

www.efse.lu

  • Förderung von Wirtschaftswachstum und Wohlstand in Südosteuropa und in den östlichen Nachbarländern der EU durch die nachhaltige Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln zur Finanzierung von Kleinst- und Kleinunternehmen sowie Privathaushalten über anerkannte Finanzinstitutionen.
  • SDG: 8

944 Mio €

Co-Investmentmanager und Anleiheinhaber

SANAD
MENA Fund for micro, small and medium enterprises

www.sanad.lu

  • Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen, insbesondere für junge Menschen im Nahen Osten und Nordafrika – primär durch Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen
  • Armutsbekämpfung – durch die Förderung von Selbstständigkeit, vor allem durch Mikrofinanzierung
  • Aufbau stabiler Finanzsysteme durch die Zusammenarbeit mit Banken, Mikrofinanzinstitutionen und anderen Institutionen, die einen einfacheren Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglichen.
  • SDG:1, 8

139 Mio US$

Co-Investment Manager und Anteilseigner von B-Shares

GGF
Green for Growth Fund

www.ggf.lu

  • Bekämpfung des Klimawandels durch Energieeffizienzmaßnahmen und den Einsatz erneuerbarer Energien in Südosteuropa einschließlich der Türkei sowie deren osteuropäische Nachbarländer
  • SDG: 11,13

307 Mio €

Co-Investment Manager und Anteilseigner von B-Shares