Deutsche Bank

Unternehmerische Verantwortung
Bericht 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Deutsche Bank durchläuft eine Zeit tiefgreifenden Wandels. Wir arbeiten konzentriert an der Umsetzung unserer Strategie 2020 und unserem Ziel, eine Deutsche Bank zu sein, der man vertraut und die erfolgreich ist. Erfolg beruht auf Vertrauen. Unternehmerische Verantwortung wiederum ist eine wesentliche Voraussetzung, um Vertrauen zu gewinnen und zu bewahren. Wir orientieren uns am UN Global Compact und sind stolz darauf, zu den Erstunterzeichnern dieser weltweit angesehenen Initiative zu gehören. Unser Bekenntnis zu seinen zehn Prinzipien unterstreicht unsere Entschlossenheit, geschäftlich integer zu handeln. Das heißt für uns: unseren Kunden, Aktionären und Mitarbeitern gerecht zu werden, ohne die Gesellschaft und den Schutz der Umwelt zu vernachlässigen. Auch 2015 haben wir diese Entschlossenheit in vielfältiger Weise gelebt.

Integrität im Bankgeschäft setzt eine verantwortungsvolle Unternehmensführung und wirkungsvolle Kontrollmechanismen voraus. Im vergangenen Jahr haben wir Maßnahmen ergriffen, um die Struktur der Bank zu vereinfachen. Wir haben unsere Geschäftsbereiche neu aufgestellt und enger an unseren Kundengruppen ausgerichtet– Firmenkunden, institutionelle Kunden, Anleger und Privatkunden. Wir haben unsere Corporate Governance gestärkt und Kontrollen ausgebaut. Unsere Prozesse zur Prüfung neuer Kundenbeziehungen haben wir deutlich verbessert, um sicherzustellen, dass Geschäftsverbindungen unseren Ansprüchen entsprechen. Auch haben wir begonnen, bestimmte Kundenbeziehungen zu beenden, die für uns mit höheren Risiken behaftet sind. Aus einigen Standorten haben wir uns zurückgezogen. Wir beteiligen uns aktiv an der Bekämpfung von Finanzkriminalität und haben die Zahl der Mitarbeiter in diesem Bereich um ein Drittel erhöht. Darüber hinaus haben wir im vergangenen Jahr intensiv daran gearbeitet, Rechtsstreitigkeiten und regulatorische Angelegenheiten beizulegen.

Nur wenn wir Teams mit Mitarbeitern ganz unterschiedlicher Talente, Werdegänge, Fähigkeiten und Erfahrungen besetzen, können wir die Art von Wertschöpfung erzielen, die wir in der Bank brauchen. Wir wollen daher ein Umfeld des Miteinanders schaffen, in dem verschiedene Herangehensweisen zur Lösung unserer Herausforderungen geschätzt werden. Im Jahr 2015 haben wir zum Beispiel deutliche Fortschritte bei der Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen gemacht. Wir freuen uns, Sylvie Matherat für den Vorstand gewonnen zu haben. Kim Hammonds soll im Laufe des Jahres 2016 in den Vorstand eintreten.

2011 hat die Deutsche Bank zusammen mit anderen DAX-30-Unternehmen eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen unterschrieben. Seitdem ist es uns gelungen, den Anteil weiblicher Directors und Managing Directors um 20% zu erhöhen. Uns ist bewusst, dass hier noch mehr zu tun ist, um einen wirklich vielfältigen Pool an eigenen Talenten aufzubauen. Deshalb führen wir unsere Initiativen zur Förderung von Vielfalt engagiert fort.

Sehr sorgfältig überprüfen wir die ökologischen und sozialen Auswirkungen neuer Geschäftsmöglichkeiten. Wir sind entschlossen, ein neues Geschäft abzulehnen, wenn es unseren ethischen Maßstäben nicht gerecht wird. Im Berichtsjahr haben wir 1.346 Transaktionen nach Umwelt- und Sozialkriterien überprüft: mehr als jemals zuvor. Darüber hinaus haben wir im November 2015 eine Erklärung veröffentlicht, die unser Bekenntnis zur Achtung der Menschenrechte unterstreicht. Hier spiegelt sich unter anderem unser Anspruch wider, das zu tun, was nicht nur rechtlich erlaubt, sondern auch richtig ist. Im Jahr 2015 hat uns besonders gefreut, als erste Geschäftsbank weltweit für den Grünen Klimafonds der Vereinten Nationen akkreditiert zu werden. Dieser soll dazu beitragen, den Klimawandel und seine negativen Auswirkungen weltweit zu bekämpfen. Darüber hinaus erzielte unser Bereich Deutsche Asset & Wealth Management einen erheblichen Anstieg der nach Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) verwalteten Anlagen: 7,7 Mrd € im Jahr 2015 (Vorjahr: 5,4 Mrd €).

Als verantwortungsvoller Unternehmensbürger engagieren wir uns überall dort, wo wir präsent sind. Wir unterstützen unsere Mitarbeiter, sich freiwillig mit ihrer Zeit und ihren Fähigkeiten für eine große Bandbreite an gemeinnützigen und sozialen Projekten einzusetzen. Unter dem Leitgedanken von Born to Be haben wir unsere Jugendprojekte deutlich ausgebaut. Unsere vielfältigen Initiativen zielen darauf ab, das Selbstvertrauen von Kindern und Jugendlichen zu stärken und ihnen den Zugang zu Bildungs- und Beschäftigungsangeboten zu erleichtern. Weltweit profitierten im Jahr 2015 1,3 Mio junge Menschen von unseren Projekten. Bis zum Jahr 2020 wollen wir unseren Wirkungskreis deutlich ausbauen und fünf Mio Menschen erreichen. Der Konflikt in Syrien hat zu einer enormen humanitären Katastrophe geführt. Auch wir haben versucht einen Beitrag zur Linderung der Folgen zu leisten: Im vergangenen Jahr haben zum Beispiel rund 900 Mitarbeiter insgesamt 1.200 Arbeitstage an 150 Integrationsprojekten für Flüchtlinge mitgearbeitet. Ende 2015 haben wir zudem unser ehemaliges Ausbildungszentrum in der Nähe Frankfurts für die Erstaufnahme von bis zu 600 Flüchtlingen zur Verfügung gestellt.

Mit Blick auf 2016 und darüber hinaus wollen wir weitere Fortschritte bei der Umsetzung unserer Strategie 2020 erzielen. Dies wird schwierige, aber notwendige Entscheidungen von uns erfordern, zum Beispiel wenn wir Filialen in Deutschland zusammenlegen oder Arbeitsplätze abbauen. Bei der Umsetzung unserer Strategie werden wir uns vom Gebot der Fairness und Transparenz leiten lassen und einen engen Kontakt mit unseren Mitarbeitern, den Arbeitnehmervertretern und externen Anspruchsgruppen pflegen.

Die vielfältigen Beispiele in diesem Bericht beschreiben die Fortschritte im Jahr 2015, wie wir unser Geschäft verantwortungsvoll ausrichten und als Unternehmensbürger unserer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft gerecht werden. Wir sind fest entschlossen, die bisherigen Anstrengungen 2016 fortzusetzen, um unser übergeordnetes Ziel zu erreichen: eine bessere Deutsche Bank.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre!

Mit freundlichen Grüßen

John Cryan, Co-Vorsitzender des Vorstands (Unterschrift)John Cryan, Co-Vorsitzender des Vorstands (Unterschrift)

John Cryan
Co-Vorsitzender des Vorstands,
Deutsche Bank AG

Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender des Vorstands (Unterschrift)Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender des Vorstands (Unterschrift)

Jürgen Fitschen
Co-Vorsitzender des Vorstands,
Deutsche Bank AG

Frankfurt am Main, März 2016