Deutsche Bank

Unternehmerische Verantwortung
Bericht 2015

Entwicklungen in unserem Geschäftsumfeld

Globale wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Entwicklungen sowie die Erwartungen und Anforderungen unserer Stakeholder beeinflussen die nichtfinanziellen Aspekte, die wir im Rahmen unserer Materialitätsanalyse identifiziert haben. Wir verfolgen diese Entwicklungen und Herausforderungen, um Chancen frühzeitig zu erkennen und potenzielle Risiken für unser Geschäft zu vermeiden.

Die anhaltende hohe Volatilität der Kapitalmärkte, ein historisch niedriges Zinsumfeld sowie massive aufsichtsrechtliche Anforderungen im Finanzsektor haben auch im Jahr 2015 unser Geschäftsumfeld entscheidend geprägt. Bedingt durch die zunehmende weltweite Digitalisierung haben wir zudem einen wachsenden Wettbewerb durch sogenannte „FinTechs“ beobachtet und sind zunehmend mit Veränderungen im Kundenverhalten konfrontiert. Die Folgen der Digitalisierung eröffnen uns neue Chancen im Hinblick auf unsere Kundenbeziehungen und Produktinnovationen, gleichzeitig gewinnen jedoch auch Aspekte des Datenschutzes sowie der Informationssicherheit an Bedeutung. Siehe auch Geschäftsbericht: Überblick; siehe auch das SEC Form 20F: Competitive Environment

Acht Jahre nach dem Platzen der Kreditblase in den USA und Europa hat sich das Vertrauen in den Finanzsektor auch im Jahr 2015 noch nicht wieder erholt. Laut dem Edelman TRUST Barometer 2015, einer international anerkannten Umfrage zum Verbrauchervertrauen, hatten nur 25 % der deutschen Konsumenten Vertrauen in Finanzdienstleister; in Großbritannien lag der Wert bei 36 %. Dieser im Vergleich zu früheren Jahren niedrige Vertrauenswert hat mehrere Gründe, darunter der wahrgenommene Mangel an Integrität im Finanzsektor, die Komplexität von Finanzprodukten und die Sorge vor irregulären Verkaufspraktiken (ob gerechtfertigt oder nicht) sowie die als weit überzogen angesehene Managervergütung.

Mit Blick auf die ökologische und soziale Nachhaltigkeit standen 2015 zwei Ereignisse im Fokus. Auf der UN-Generalversammlung im September 2015 haben Staats- und Regierungschefs die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Sie umfasst 17 zentrale Ziele (Sustainable Development Goals, SDGs), um globale Entwicklung sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig zu gestalten. Die erforderlichen Mittel zur Realisierung dieser Ziele belaufen sich auf mehrere Billionen US-Dollar pro Jahr. Die Mitwirkung des privaten Sektors gilt als wichtige Voraussetzung für das Erreichen der SDGs.

Die globale Klimaveränderung bringt Risiken für die Menschen und die Weltwirtschaft mit sich. Sie beeinflusst die Wirtschaftsleistung von Staaten, das Ressourcenaufkommen, die Energiepreise und letztendlich auch den Wert von Unternehmen. Im Dezember 2015 (COP 21) wurde ein Klimaabkommen beschlossen, das die Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 2 °C und eine Beschleunigung der dafür erforderlichen Maßnahmen vorsieht. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen der öffentliche und private Sektor zusammenarbeiten. Dem Finanzsektor kommt eine entscheidende Rolle bei der Schaffung der benötigten Infrastruktur für eine klimafreundliche Weltwirtschaft zu.

Die europäische Flüchtlingskrise ist eine der größten humanitären Herausforderungen unserer Zeit. Allein in Syrien waren im Jahr 2015 rund 11,5 Mio Menschen auf der Flucht, vier Mio davon in andere Länder. Die Unterbringung und Integration der Menschen ist mit erheblichen gesellschaftlichen Herausforderungen verbunden. Für Deutschland stellt die Zuwanderung aber auch eine Chance dar, die Altersstruktur der Bevölkerung zu verjüngen und das Wirtschaftswachstum zu fördern.

Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung voraussichtlich um ein Viertel zunehmen. Immer mehr multinationale Unternehmen und Organisationen entstehen und es wird damit gerechnet, dass rund 66 % der Menschen in Städten leben werden Diese Entwicklungen eröffnen neue Geschäftschancen, fordern jedoch auch unternehmerische Verantwortung über Landesgrenzen hinweg.