Deutsche Bank

Unternehmerische Verantwortung
Bericht 2015

Bekämpfung von Finanzkriminalität

  • Anti Financial Crime-Einheit um 33% ausgebaut
  • Maßnahmen zur Bekämpfung von Bestechung und Korruption gestärkt
  • Business Intelligence Unit gegründet

Wir beteiligen uns aktiv an nationalen und internationalen Anstrengungen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität. Dazu zählen Vergehen wie Geldwäsche, Betrug, Bestechung und Korruption, die Finanzierung terroristischer und krimineller Aktivitäten sowie der Verstoß gegen internationale Embargos und Sanktionen.

Darüber hinaus unterstützen wir seit langem internationale Vorgaben zur Bekämpfung von Finanzkriminalität, um die Stabilität der Banken und die Integrität des internationalen Finanzsystems zu gewährleisten. Unser Augenmerk liegt dabei insbesondere darauf, unsere Kunden und die Deutsche Bank vor kriminellem Missbrauch zu schützen und das Vertrauen in unser Geschäft und unsere Branche zu bewahren.

Unser Ansatz

Unsere Anti Financial Crime (AFC)-Einheit koordiniert die Aktivitäten der Deutschen Bank zur Verhinderung von Finanzkriminalität und berichtet direkt an den Vorstand. Das zuständige Vorstandsmitglied erhält Monats- und Quartalsberichte sowie Ad-hoc-Informationen zu Veränderungen in der AFC-Struktur und -Governance sowie zu fachlichen und regionalen Themen. Einmal im Quartal unterrichten wir hierüber auch den Aufsichtsrat der Bank.

AFC ist Teil unserer Three Lines of Defence (3LoD). Siehe Kapitel Drei Verteidigungslinien Im Jahr 2015 haben wir eine Gap-Analyse durchgeführt und ein Kontrollprogramm im Zusammenhang mit allen Anti-Geldwäsche (Anti Money Laundering, AML)-Risikotypen entwickelt. Es ist Teil unserer Non Financial Risk-Klassifizierung und umfasst neben der Bekämpfung von Geldwäsche und dem Umgang mit Sanktionen und Embargos auch die Vermeidung von Bestechung und Korruption (Anti Bribery and Corruption, ABC) sowie die Verhinderung von Betrug und sonstiger strafbarer Handlungen. Darüber hinaus haben wir ein Target Operating Model für bestehende Risiko- und Kontrollfunktionen implementiert, um unseren 3LoD-Grundsätzen auch zukünftig gerecht zu werden.

Im Jahr 2015 haben wir unsere Mitarbeiterzahl im AFC-Bereich weiter erhöht. Eine Business Intelligence Unit wurde gegründet. Sie recherchiert und prüft rechtliche, finanzielle, regulatorische sowie reputationsbezogene Risiken, die mit „sensitiven Kunden“ einhergehen können. Zudem haben wir unsere ABC-Initiativen (Anti Bribery and Corruption) sowie die Stringenz unserer konzernweit gültigen Richtlinie zu Geschenken und Einladungen ausgebaut. Damit reagierten wir auf die gestiegenen regulatorischen Anforderungen und stärkten gleichzeitig unsere Kontrollen.

Unser Global Risk Assessment bestimmt den Rahmen unseres Umgangs mit den Themen Geldwäsche, Sanktionen und Embargos sowie Bestechung, Korruption und Betrug. Zur umfassenden Kontrolle dieser Risiken sind auch aktuelle und angemessene Informationen zu unseren Kundenbeziehungen erforderlich. Unsere Know Your Customer(KYC)-Standards sowie die Prozesse zur Genehmigung neuer Produkte und Transaktionen (New Product Approval and New Transaction Approval) gewährleisten eine einheitliche Überprüfung sämtlicher Entwicklungen bei Produkten und Transaktionen durch zentrale Kontrollfunktionen.

Risikobewusstsein fördern

Trotz dieser Kontrollen sind wir uns bewusst, dass der Kampf gegen Finanzkriminalität nur erfolgreich sein kann, wenn jeder einzelne Mitarbeiter im Rahmen seiner Kompetenzen aktiv mitwirkt. Im Jahr 2015 haben wir deshalb über 47.000 Schulungen zum Thema Finanzkriminalität durchgeführt. Über 12.000 Mitarbeiter nahmen an dem Online-Seminar zu Vermeidung von Bestechung und Korruption teil, das sich mit der extraterritorialen Anwendung der Gesetze befasst.

Über 47.000 Schulungen
zum Thema Finanzkriminalität

Über unsere Whistleblowing-Hotline können alle Mitarbeiter anonym Bedenken zum Umgang mit Risiken vorbringen oder Verstöße gegen unsere Richtlinien, Standards, Gesetze, Regelungen und Verordnungen melden. Alle eingehenden Hinweise unterliegen einer unabhängigen Prüfung. Dabei ist jedwede Form von Repressalien bei Verdachtsmeldungen strikt untersagt. Über 2.500 Mitarbeiter wurden im Jahr 2015 im Umgang mit unseren Whistleblowing-Richtlinien geschult.

Ausblick

Um mit der rasanten Entwicklung der Finanzkriminalität, ihren immer raffinierteren Methoden und der Dynamik eines zunehmend vorsichtiger agierenden regulatorischen Umfelds Schritt zu halten, werden wir unser AFC-Expertenteam weiter ausbauen. Unser umfangreicher Maßnahmenkatalog umfasst zudem die fortlaufende Überprüfung unseres KYC-Programms und der Verfahren zur Aufnahme einer neuen Kundenbeziehung (Onboarding) innerhalb der gesamten Organisation. Auch das Aussetzen des Onboarding von neuen Kunden und die Einführung neuer Produkte in Regionen mit erhöhtem Risiko sowie zusätzliche IT-Investitionen sind Teil unserer Strategie.