Deutsche Bank

Unternehmerische Verantwortung
Bericht 2015

Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung

Als Geldwäsche bezeichnet man das vorsätzliche Einschleusen von Barmitteln und anderen Vermögenswerten, die aus illegalen und kriminellen Aktivitäten stammen, in den legalen Finanz- und Geschäftskreislauf. Dabei sollen die wahre Herkunft, der tatsächliche Eigentümer oder die letztendliche Verwendung von Geldmitteln verschleiert und nachprüfbare Spuren beseitigt werden. Vortaten zur Geldwäsche werden durch lokale Gesetze definiert und reichen von Geldfälschung über erpresserischen Raub und Drogenkriminalität bis hin zu Betrug, Korruption, organisiertem Verbrechen und Terrorismus. Die Phasen der Geldwäsche sind Einschleusung (Placement), Verschleierung (Layering) und Legalisierung (Integration).

Unter Terrorismusfinanzierung versteht man die Bereitstellung oder Sammlung finanzieller Mittel mit der Zielsetzung oder mit dem Wissen, dass diese Gelder ganz oder teilweise für terroristische Handlungen verwendet werden. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Mittel legalen oder illegalen Ursprungs handelt.

Unser Anti-Geldwäsche (AML)-Programm richtet sich an den in Deutschland geltenden Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche aus und berücksichtigt darüber hinaus die anzuwendenden lokalen Gesetze, Regularien und Richtlinien zur Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und zugehörigen Delikten. Es umfasst Richtlinien und Prozesse sowie die Position des Geldwäschebeauftragten, regelmäßige Schulungen der relevanten Mitarbeiter und unabhängige Kontrollen, die die Umsetzung des Programms prüfen. Die Deutsche Bank ist außerdem Mitglied der Wolfsberg Gruppe und hat die Wolfsberg-Anti-Geldwäsche-Prinzipien sowie die Wolfsberg-Erklärung zur Terrorismusfinanzierung unterzeichnet.

Um den komplexen Ausprägungen der Geldwäsche begegnen zu können, sind wir auf Risikomanagementsysteme und -kontrollen sowie auf die Überwachung von Transaktionen und Know Your Customer (KYC)-Prozesse angewiesen. Unsere Anti-Geldwäsche-Teams sind für die Einrichtung und Überwachung von Systemen zur Erkennung und Verhinderung von Geldwäsche sowie von Terrorismusfinanzierung verantwortlich.

In Verbindung mit unseren KYC-Vorschriften bildet unsere konzernweite Anti-Geldwäsche-Richtlinie (AML-Richtlinie) den allgemeinen Rahmen, innerhalb dessen 

  • Vorschriften zur Identifizierung, Authentifizierung, Erfassung und Aufbewahrung von Kundendaten erfüllt werden,
  • verdächtige Transaktionen erkannt werden und vor verdächtigen Aktivitäten gewarnt wird,
  • interne Richtlinien, Prozesse und Kontrollen entwickelt, aktualisiert und umgesetzt werden und
  • das Problembewusstsein von Mitarbeitern geschärft wird, ein Prozess zur Prüfung der Zuverlässigkeit von Mitarbeitern besteht und Schulungen durchgeführt werden.

Die Umsetzung dieser Maßnahmen erfolgt in unseren Geschäftsbereichen und wird laufend überwacht. Die Richtlinie wird mindestens einmal im Jahr aktualisiert.

Know Your Customer

Unsere konzernweiten KYC-Richtlinien enthalten strikte Regularien, um die Bank vor Missbrauch für kriminelle Zwecke zu schützen. Im Jahr 2015 haben wir in allen Ländern, in denen die Deutsche Bank tätig ist, das KYC-Regelwerk überarbeitet. Es richtet sein Augenmerk besonders auf Hochrisikokunden und „politisch exponierte Personen“. Im Rahmen unserer Due Diligence-Prozesse werden unsere Kunden mindestens einmal im Monat anhand von internen und externen Kriterien auf Aspekte der Terrorismusfinanzierung, Finanzkriminalität, Korruption und Steuerflucht überprüft.

Ein negatives Ergebnis der Due Diligence kann zur Ablehnung der Kundenbeziehung, einer besonderen Überwachung der Kundenbeziehung oder bestimmten Auflagen bei der Kontoführung, bei Transaktionen oder für Produkte führen. Die Aufsichtsbehörden werden gemäß den geltenden Gesetzen und Bestimmungen über auffällige Aktivitäten informiert. Wie in unserer Strategy 2020 erläutert, beenden wir zudem Kundenbeziehungen, die mit einem zu hohen Risiko verbunden sind. Weitere Informationen: Strategy 2020

2015 haben wir unser umfassendes Screening-Programm weiter in der Bank eingeführt. Es erfasst mittlerweile ca. 95% unserer relevanten Datenquellen. Darüber hinaus entwickeln wir eine neue IT-Plattform, die es uns ermöglicht, die Effizienz und Effektivität unseres Screening weiter zu steigern. 2016 werden wir mit der Testphase für das Programm beginnen.

Im März 2015 ist unser Bereich Global Transaction Banking dem internationalen SWIFT-KYC-Register beigetreten. Dieses zentrale Register unterstützt die Banken bei der effizienten Erfüllung ihrer Due Diligence-Anforderungen. Es bietet seinen Mitgliedern die Möglichkeit, über eine gesicherte, webbasierte Plattform ihre eigenen KYC-bezogenen Informationen und Dokumentationen in das Register einzustellen und dort ihre Daten zu verwalten, zu aktualisieren und bei Bedarf auszutauschen. Die Deutsche Bank hat hier Informationen von Zweigstellen und Niederlassungen aus über 35 Ländern eingestellt.