Deutsche Bank

Unternehmerische Verantwortung
Bericht 2015

Menschenrechte achten

Im Jahr 2015 haben wir die Entwicklungen zur Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNLP MR) weiter verfolgt und deren Bedeutung für die Deutsche Bank intensiv diskutiert. In unsere Überlegungen sind insbesondere die Erkenntnisse eingeflossen, die wir aus der Zusammenarbeit mit der Thun-Gruppe gewonnen haben.

Im November 2015 haben wir eine Erklärung der Deutschen Bank zu Menschenrechten veröffentlicht. Sie gründet auf unserem langjährigen Bekenntnis zur Achtung der Menschenrechte und steht im Einklang mit den UNLP MR. Die Erklärung geht auf die Menschenrechte unserer Mitarbeiter sowie von Einzelpersonen, Gruppen oder Gemeinden ein, die von unseren Geschäftsaktivitäten betroffen sein könnten, und wurde von unserem Group Reputational Risk Committee (GRRC) verabschiedet. Weitere Informationen: Menschenrechtserklärung

Governance und Verpflichtungen

Der Austausch mit NGOs, Wettbewerbern und Anlegern sowie die Analysen externer Informationsquellen haben bestätigt, dass die größten Risiken für Menschenrechtsverletzungen in unseren Beziehungen zu Kunden und Lieferanten liegen. Wir haben deshalb Menschenrechtsrisiken in den Due-Diligence-Prozess unseres konzernweiten ES-Risikorahmenwerks integriert. Siehe Kapitel ES Risiken Darüber hinaus haben wir damit begonnen, den Prüfungsprozess für Lieferanten zu überarbeiten, um sicherzustellen, dass die Anforderungen entsprechend unserer Menschenrechtserklärung und unserem Verhaltens- und Ethikkodex eingehalten werden. Weitere Informationen: Verhaltenskodex

Unsere Kunden sind weltweit und in allen Bereichen der Wirtschaft tätig. Daher ist auch unser Ansatz zur Wahrung der Menschenrechte universell gültig. Allerdings haben wir Industriesektoren bestimmt, die wir als besonders anfällig für Menschenrechtsverletzungen erachten und deshalb einer weitergehenden Analyse unterziehen. In Fällen, die Maßnahmen zur Vermeidung oder Abmilderung von Menschenrechtsverletzungen erfordern, vereinbaren wir diese Maßnahmen gemeinsam mit unseren Kunden und überwachen ihre Umsetzung. Sofern ein Konflikt zwischen der Wahrung von Menschenrechten und anderen Zielen besteht, kann ein regionales Reputationrisikokomitee in die endgültige Entscheidungsfindung eingebunden werden. Im Jahr 2015 war das jedoch bei keiner Transaktion notwendig.

Sensibilisierung und Weiterentwicklung

Die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter für potenzielle Menschenrechtsrisiken ist eine wesentliche Voraussetzung für eine zuverlässige Prüfung. Das ES-Risikorahmenwerk ist für alle Mitarbeiter auf unserem Richtlinienportal und im Intranet verfügbar. Die jüngste Aktualisierung des Rahmenwerks sowie die Veröffentlichung der Menschenrechtserklärung haben wir über unsere internen Kanäle an alle Mitarbeiter kommuniziert, um damit erneut auf die Bedeutung der Achtung von Menschenrechten in unserem Geschäft hinzuweisen. Darüber hinaus sind Menschenrechtsaspekte auch Bestandteil unseres globalen ES-Risikotrainings.

Durch die Analyse potenzieller Menschenrechtsrisiken in unseren Transaktionen verbessern wir stetig unser Wissen und Verständnis in diesem Themenbereich. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Weiterentwicklung unserer Prüfprozesse sowie in unsere Leit- und Richtlinien ein.

Beschwerdemechanismen

Bedenken zu unserem Umgang mit Menschenrechtsfragen können über unsere etablierten Beschwerdekanäle kommuniziert werden. Dazu gehören die persönliche oder telefonische Kontaktaufnahme, die Nutzung unserer Internetseite und Social-Media-Kanäle oder das Einreichen von Beschwerden in schriftlicher Form. Unsere Geschäftseinheiten sind in erster Linie für die sachgerechte Behandlung von Beschwerden zuständig. Unsere Richtlinien für das Beschwerdemanagement sind dabei zu beachten.

Die UNLP MR schreiben die Verantwortung zur Umsetzung wirksamer Abhilfemaßnahmen demjenigen zu, der eine Menschenrechtsverletzung verursacht oder zu ihr beigetragen hat. Im Laufe des Jahres 2015 hat der Austausch zu angemessenen Beschwerdemechanismen und dem Zugang zu Entschädigung gezeigt, dass im Bankenkontext dringender Bedarf an einer einheitlichen Definition der Begriffe „verursachen“ („cause“), „beitragen“ („contribute“) und „unmittelbar verbunden“ („directly linked“) besteht. Wir haben mit den Mitgliedern der Thun-Gruppe daran gearbeitet, mehr Klarheit in dieser Diskussion zu schaffen, und werden uns auch weiterhin in den Dialog einbringen.