Deutsche Bank

Unternehmerische Verantwortung
Bericht 2015

Risikokultur fördern

Wir verstehen unter Risikokultur das Verständnis und die Haltung unserer Mitarbeiter gegenüber Risiken, die in unserem täglichen Geschäft entstehen können. Eine funktionierende Risikokultur ist damit Teil unserer bankweiten Risikomanagementprozesse, -richtlinien und -kontrollstrukturen.

Bereits seit 2010 betonen wir durch unser Risk Culture-Programm, wie wichtig das korrekte Verhalten unserer Mitarbeiter für den langfristigen Erfolg der Bank ist. Das Programm bestimmt fünf Verhaltensweisen als Basis einer starken Risikokultur:

  • die Deutsche Bank und ihre Reputation bei allen Entscheidungen berücksichtigen
  • volle Verantwortung für die Risiken der Deutschen Bank übernehmen
  • kritisches Hinterfragen fördern, betreiben und respektieren
  • Risiken konsequent, zukunftsorientiert und umfassend bewerten
  • Probleme gemeinsam lösen

Im Jahr 2015 haben wir unser Risk Culture Framework (RCF) ausgebaut, um besser Initiativen identifizieren und Prioritäten setzen zu können. Das RCF beinhaltet nun ein Assessment-Tool, das die Kriterien zur Implementierung einer starken Risikokultur erläutert. Wir werden es im Jahr 2016 in der Bank umsetzen.

Unsere Risk Culture-Initiativen unterstützen unsere Mitarbeiter dabei, sich die erforderlichen Verhaltensweisen anzueignen und damit ihren Beitrag zum Risikomanagement innerhalb des Unternehmens zu leisten.

Training

Seit 2010 sind Schulungen zur Risikokultur für alle Mitarbeiter verpflichtend. Bis Ende des Jahres 2015 wurden insgesamt über 550.000 entsprechende Schulungen absolviert.

Die Wirksamkeit unserer bestehenden Schulungen erhöhen wir kontinuierlich durch die Einführung neuer Inhalte. Die Schulung Risikobewusstsein (Risk Awareness) wird in Zukunft beispielsweise auch aktualisierte Informationen zu nichtfinanziellen Risiken und zum Risikoappetit der Bank enthalten. Darüber hinaus führen wir die Schulungen Informationssicherheit (Information Security Awareness) und Informationsklassifizierung (Information Classification) zusammen und aktualisieren die Schulung Genehmigung neuer Produkte (New Product Approval).

Kommunikation und Engagement

Klare Botschaften auf Konzern- und Bereichsebene sorgen dafür, dass Mitarbeiter die Risikokulturstandards der Bank bewusst wahrnehmen. Um das Verständnis und das Wissen der Mitarbeiter zu diesem Thema zu vertiefen, haben wir eine Risk Culture Library auf unserer internen Social-Media-Plattform eingerichtet.

Eine unserer Prioritäten für das Jahr 2016 ist der Ausbau einer sogenannten Speak out-Kultur. Im Rahmen eines Pilotprojektes haben wir hierzu Fokusgruppen mit über 400 Mitarbeitern in unserem Risikobereich durchgeführt. Die Ergebnisse leiten wir durch eine zielgruppengerechte Kommunikationskampagne an alle Bereiche der Bank weiter.

Red Flags

Im Rahmen unseres Red Flag-Prozesses kontrollieren wir die Einhaltung risikobezogener Richtlinien und Prozesse. Verstöße ahnden wir mit einer dem Risiko angemessenen Red Flag. Individuelle Red Flag-Ergebnisse fließen in die Entscheidungen über die Vergütung und Beförderung von Mitarbeitern ein. Dadurch verbinden wir risikobezogenes Verhalten mit der Leistungsbeurteilung. Im Jahr 2015 haben wir den Red Flag-Prozess auf alle Unternehmensbereiche und Infrastrukturfunktionen ausgeweitet.

Über die Verhaltens- und Leistungsbeurteilung hinaus stärkt der Red Flag-Prozess auch unsere Kontrollprozesse. Diese werden genau überprüft, bevor sie in den Red Flag-Prozess einfließen und entsprechende Verbesserungsmaßnahmen ergriffen werden. Im Jahr 2016 werden wir den Prozess zur Bestimmung neuer Red Flag-Indikatoren deutlich optimieren und erwarten dadurch zusätzliche Anhaltspunkte zur Optimierung von Kontrollmaßnahmen.