Deutsche Bank

Unternehmerische Verantwortung
Bericht 2015

Fallbeispiel: Finanzierung eines Aluminiumwerks in Asien

Hintergrund

Die Deutsche Bank wurde angefragt, ob sie die Erweiterung eines Aluminiumwerks in Asien finanzieren könne. Im Rahmen der Prüfung haben wir unser internes ES-Risikorahmenwerk angewandt und die Einhaltung der Performance Standards der International Finance Corporation (IFC) mit Unterstützung eines unabhängigen Gutachters überprüft.

ES-Risikobewertung

Transaktionen in Zusammenhang mit der Aluminiumverarbeitung werden gemäß unserem ES-Risikorahmenwerk als kritisch eingestuft, wir haben jedoch keine branchenspezifischen Leitlinien für diesen Sektor implementiert. Stattdessen finden bei der Prüfung von Transaktionen in diesem Segment unsere allgemeinen Regelungen zu ökologischen und sozialen Sachverhalten Anwendung. Um unserer Sorgfaltspflicht bestmöglich gerecht zu werden, beauftragten wir in diesem konkreten Fall einen externen Gutachter, der uns bei der Analyse unterstützte.

Wir konzentrierten uns insbesondere auf

  • die Analyse des laufenden Geschäftsbetriebs und der geplanten Erweiterung – dabei haben wir die acht IFC Performance Standards und die Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen der IFC für den Bereich der Verarbeitung und Veredelung von Grundmetallen einbezogen,
  • den Emissionsausstoß der Anlage im Verhältnis zu den Grenzwertvorgaben der IFC und der lokalen Emissionsstandards sowie
  • Empfehlungen für die Ausarbeitung eines Maßnahmenplans zur Bewältigung von Umwelt- und Sozialauswirkungen als Bestandteil der Vertragsvereinbarung.

Während des Bewertungsprozesses traten wir mehrfach mit unserem Kunden in Kontakt und ließen die Anlage durch den externen Umwelt- und Sozialgutachter besichtigen. Dabei wurden auch Aspekte wie die Flächennutzung in der Umgebung des Aluminiumwerks, die Entfernung zu angrenzenden Wohngebieten und die Dichte der umliegenden Industriegebiete berücksichtigt.

Ergebnisse und Maßnahmen

Auf Basis der lokalen und regionalen Gesetze wurde ein Umweltverträglichkeitsgutachten durch unabhängige, lokal zugelassene externe Gutachter durchgeführt. Es bestätigte die Rechtmäßigkeit der bestehenden Anlage und der geplanten Erweiterung. Das Gutachten ging auf die Aspekte Luft, Oberflächen- und Grundwasser, Auswirkungen auf das Ökosystem sowie soziale Folgen ein. Für die identifizierten Umweltrisiken wurde eine Strategie zur Minderung negativer Auswirkungen erarbeitet und ein Umweltmanagement-, ein Monitoring- sowie ein Notfallplan vorgestellt. Die Stakeholder wurden in den Prozess der Umweltverträglichkeitsprüfungen einbezogen.

Beschlüsse und Folgeaktionen

Der Betrieb des Aluminiumwerks und der geplanten Erweiterung entspricht den lokalen Gesetzen und Normen und erfüllt grundsätzlich die IFC-Richtlinien. Insgesamt stellte der externe Gutachter jedoch zehn Punkte fest, die gemäß den IFC-Performance Standards gewährleistet werden müssen. Dazu zählten u. a.:

  • Verbesserungsmaßnahmen im Bereich der Altöllagerung
  • Messung von Treibhausgasemissionen
  • Erweiterung der Parameter zur Überwachung der Emissionen gemäß den IFC-Richtlinien
  • Anpassung der Arbeitsschutzvorschriften für Zulieferer

Die Finanzierung wurde zugesagt und ein Maßnahmenplan zur Bewältigung von Umwelt- und Sozialauswirkungen als Auflage in den Darlehensvertrag aufgenommen, um eine laufende Kontrolle des Projekts während der Finanzierungslaufzeit sicherzustellen.