Deutsche Bank

Unternehmerische Verantwortung
Bericht 2015

Risikobewusstsein steigern

Unser ständiges Bestreben, das Bewusstsein der Mitarbeiter für Umwelt- und Sozialrisiken zu stärken und die Governance-Strukturen weiter zu verbessern, hat in den vergangenen fünf Jahren zu einem deutlichen Anstieg der ES-Risikoprüfungen durch unser Nachhaltigkeitsteam geführt.

Die Zahl der zur Prüfung weitergeleiteten Transaktionen war auch im Jahr 2015 unverändert hoch. Eine stetige Verbesserung des ES-Risikorahmenwerks trägt jedoch dazu bei, die Entscheidungskompetenz zunehmend auf die operative Ebene zu übertragen. Damit soll eine Eskalation an regionale Reputationsrisikokomitees auf besonders komplexe Fälle beschränkt bleiben.

Die Gesamtzahl der im Berichtsjahr in unseren Reputationsrisikokomitees diskutierten Transaktionen ist nicht mit den veröffentlichten Vorjahreszahlen vergleichbar. Grund hierfür ist eine Überarbeitung unseres Reputationsrisikorahmenwerks. Zwischen Januar und Mai 2015 wurden insgesamt 60 Transaktionen an eines unserer divisionalen und/oder regionalen Reputationsrisikokomitees weitergeleitet, 13 davon wegen ökologischer oder sozialer Bedenken. Seit Juni 2015 werden kritische ökologische und soziale Aspekte zunächst im Geschäftsbereich im Rahmen des Prozesses zur Bewertung von Reputationsrisiken geprüft. Erst danach kann eine Transaktion an eines unserer vier regionalen Reputationsrisikokomitees (RRRC) weitergeleitet werden. Die RRRCs sind Subkomitees unseres GRRC, das ebenfalls in den Entscheidungsprozess einbezogen werden kann. Die Tabelle weist die Zahl der Transaktionen aus, die nach unserem neuen Prozess entschieden wurden.

Eskalation von Reputationsrisiken

Anzahl der Transaktionen, für die eine endgültige Entscheidung herbeigeführt wurde

2015 (Juni–Dezember)*

*

Vorjahre sind nicht vergleichbar, da sich das Reputationsrahmenwerk geändert hat.

Im Rahmen des Prozesses zur Bewertung von Reputationsrisikos im jeweiligen Geschäftsbereich

 

Gesamt

53

Davon wegen Umwelt- oder sozialer Themen

4

Durch Weiterleitung an regionale Reputationsrisikokomitees

 

Gesamt

35

Davon wegen Umwelt- oder sozialer Themen

6

Durch Weiterleitung an das Group Reputational Risk Committee

 

Gesamt

6

Davon wegen Umwelt- oder sozialer Themen

0

Gesamt

94

Davon wegen Umwelt- oder sozialer Themen

10

Im Jahr 2015 haben wir Mitarbeiterschulungen zum Management von ES-Risiken in Form von Präsenz- und Online-Schulungen durchgeführt. Sie vermitteln unsere Leitlinien zur Anwendung des ES-Risikorahmenwerks und sind auf die jeweiligen Anforderungen in unseren Geschäftsbereichen und Infrastrukturfunktionen zugeschnitten.

Gemeinsam mit dem Geschäftsbereich Global Transaction Banking entwickelte unser Nachhaltigkeitsteam beispielsweise eine spezifische Eskalationslogik für Trade Finance. Konzernweit haben wir hierzu etwa 500 Mitarbeiter geschult. Zudem haben wir Mitarbeiter im Kreditrisikomanagement in Europa und Asien trainiert sowie Schulungen für bestimmte operative Einheiten initiiert, die in interne Kontrollprozesse involviert sind.

Wir werden auch künftig mit unseren Stakeholdern siehe Kapitel Stakeholderdialog kooperieren, um gesellschaftliche Trends zu erkennen und deren Auswirkungen auf den Finanzsektor zu erörtern. Darüber hinaus werden wir unser ES-Risikorahmenwerk kontinuierlich weiterentwickeln, indem wir bestehende Regelungen überprüfen und ergänzende Regelungen diskutieren. Im Jahr 2016 werden wir zudem unsere ES-Risikoschulungen auf weitere Geschäftsbereiche und Infrastrukturfunktionen ausdehnen.