Deutsche Bank

Unternehmerische Verantwortung
Bericht 2015

Verantwortungsvolle Unternehmensführung

  • Managementstrukturen neu ausgerichtet
  • Überprüfung des internen Kontrollsystems

Die Lenkung eines weltweit aktiven Konzerns wie der Deutschen Bank setzt klar geregelte Verantwortlichkeiten und wirkungsvolle Bezugssysteme für Steuerung und Kontrolle voraus. Sie bilden das Fundament für ein verantwortungsvolle Entscheidungs- und Risikomanagementprozesse.

Organisationsprinzipien, die die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und regulatorischen Anforderungen garantieren, sind die Mindestanforderung an eine wirkungsvolle Unternehmensführung. Wir verpflichten uns jedoch darüber hinaus, auch anerkannte ökologische, soziale und ethische Standards zu berücksichtigen. Richtlinien und Kontrollsysteme für unser Senior Management unterstützen uns bei der Einhaltung von Gesetzen und regulatorischen Anforderungen sowie der Stärkung unserer Kontrollsysteme.

Unser Corporate Governance-Strukturen bilden die Grundlage für die verantwortungsvolle Führung der Deutschen Bank. Sie sind in unserem Corporate Governance-Rahmenwerk beschrieben. Es umfasst eine Reihe von Leitsätze und Prinzipien, die ein wesentliches Fundament unserer täglichen Arbeit darstellen. Darunter sind: Leitlinien und Prinzipien, die alle Aktivitäten und Entscheidungen unserer Unternehmensführung und deren Vertreter lenken, die vertrauensvolle Zusammenarbeit von Unternehmensführung, Aufsichtsrat und Aufsichtsbehörden regeln und operationelle Strukturen sowie klare Aufgaben und Verantwortungen definieren, sowie Kernorganisationsprinzipien, die übergeordnete Anforderungen an eine angemessene Governance im Deutsche Bank-Konzern festlegen. Weitere Informationen: Corporate Governance Bericht, Vergütungsbericht

Die verantwortungsvolle Führung der Deutschen Bank ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Unseren Führungskräften kommt hierbei eine besondere Vorbildrolle zu. Wir verpflichten jedoch jeden einzelnen Mitarbeiter verantwortungsvoll zu handeln. Siehe Kapitel Mitarbeiter Unser Verhaltens- und Ethikkodex dient dabei als Richtschnur. Weitere Informationen: Verhaltenskodex

Wir pflegen einen offenen Austausch mit unseren Stakeholdern, um das gegenseitige Verständnis zu fördern und unterstützen anerkannte Initiativen und Organisationen. Dazu zählen unser Bekenntnis zu den zehn Prinzipien des UN Global Compact, zu dessen Erstunterzeichnern die Deutsche Bank zählt, und die Unterzeichnung der UN Principles for Responsible Investment.

Unsere internen Richtlinien und Grundsätze spiegeln unsere Selbstverpflichtung wider. Siehe auch CR Portal Internationale Standards Dazu gehören u.a.:

  • der deutsche Corporate Goverance-Kodex
  • die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte
  • die IFC Performance Standards / EHS-Richtlinien
  • die OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen
  • die Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)
  • der Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO)
  • die Prinzipien der Wolfsberg Gruppe
  • die Weisungen der Financial Action Task Force zur Geldwäsche

Drei Verteidigungslinien

Die Schaffung einer robusten Kontrollumgebung hat für uns höchste Priorität. Im Rahmen unseres „Three Lines of Defence (3LoD)“-Programms haben wir unserer Kontrollstrukturen weiter überprüft und die Verantwortlichkeiten für nichtfinanzielle Risiken gestärkt. Das übergeordnete Ziel unserer 3LoD ist es, potenzielle Risiken, die durch Systeme, Mitarbeiter und Fehlverhalten verursacht werden können, zu minimieren.

Die erste Verteidigungslinie besteht aus den Geschäftsbereichen sowie dem Bereich Group Technology & Operations (GTO). Sie sind dafür verantwortlich, Risiken, die aus ihren Aktivitäten entstehen können, und die damit verbundenen Kontrollen zu identifizieren, zu steuern und zu minimieren. Die zweite Verteidigungslinie umfasst alle Kontrollfunktionen der Bank, wie Risk, Compliance, Anti-Financial Crime (Bekämpfung der Finanzkriminalität), Human Resources, Recht, Datenschutz, Finanzen und Steuern. Sie setzen die Standards für die Steuerung und Kontrolle der Risiken im jeweiligen Geschäftsbereich. Unsere Operational Risk Management-Teams überwachen das gesamte Portfolio und befassen sich mit bereichsübergreifenden Richtlinien. Die dritte Verteidigungslinie bildet die interne Revision (Group Audit). Sie überprüft unabhängig und objektiv die Wirksamkeit unseres Risikomanagements sowie unserer internen Kontroll- und Governance-Prozesse.

Im Jahr 2015 haben wir unser 3-LoD-Programm weiterentwickelt. Dazu gehörten folgende Maßnahmen:

  • Ausbau divisionaler Kontrolleinheiten (Divisional Control Units) zur Stärkung von Risikomanagement und -kontrolle in der ersten Verteidigungslinie: Wir bündelten und beschleunigten Maßnahmen zur Verbesserung von Kontrollstrukturen und verbesserten Risiko- und Kontrollprozesse. Wir planen die Mitarbeiterzahl in unseren Divisional Control Units auf 1.100 Vollzeitkräfte auszubauen.
  • Stärkung der zweiten Verteidigungslinie durch Zuweisung unabhängiger Kontrollverantwortlichkeiten an vier Vorstandspositionen: Chief Risk Officer (Operational Risk Management), Chief Regulatory Officer (Compliance, Anti-Financial Crime und Governance & Regulatory Affairs), Chief Administrative Officer (Recht, Human Resources) und Chief Finance Officer (Finanzen, Steuern). Zudem haben wir unser konzernübergreifendes Kontrollrahmenwerk weiterentwickelt in den Bereichen Embargos & Sanktionen, Bekämpfung von Bestechung und Korruption sowie Geldwäsche- und Betrugsbekämpfung eingerichtet.
  • Einführung eines neuen Prozesses zur Risikobewertung und -kontrolle, der auch ein neues Managementinformationssystem beinhaltet. Er unterstützt die Umsetzung eines einheitlichen Ansatzes sowohl in der ersten als auch in der zweiten Verteidigungslinie, den wir bis Ende des Jahres 2016 vollständig einführen wollen.
  • Stärkung der nichtfinanziellen Risiko-Governance durch die Gründung eines bereichsübergreifenden Non-Financial Risk Committee unter der Leitung eines Chief Risk Officer und Operational Risk Management. Zur Unterstützung von Aufsichts- und Kontrollfunktionen haben wir für Entscheidungsträger auf regionaler und nationaler Ebene einen Leitfaden entwickelt. Er umfasst rund 50 Entscheidungsprozesse, GAP-Analyse und Präventionsmaßnahmen zu kritischen Handlungsfeldern, wie beispielsweise Compliance und der Bekämpfung von Finanzkriminalität und Compliance.